Der Brutplatz unserer Wanderfalken befindet sich bereits seit 2013 im Sinwellturm der Nürnberger Kaiserburg. Damit Sie das Verhalten der Wanderfalken und deren Brut ganz aus der Nähe und rund um die Uhr beobachten können, ohne die Tiere zu stören, haben wir zwei Webcams installiert. Eine Webcam zeigt den Innenraum des Nistkastens, die andere das an den Nistkasten anschließende Abfluggitter mit Blick über die Stadt Nürnberg.
Melden Sie uns Ihre Beobachtungen direkt unter Sichtungen, gerne mit Screenshot oder Foto. Dort finden Sie auch die aktuellen Meldungen anderer Wanderfalkenfa
ns.
Wir wünschen viel Freude beim Beobachten der Wanderfalken und freuen uns auf Ihre Sichtungsmeldungen!
In der letzten Zeit häufen sich Beobachtungen von Beuteübergaben. Neben der Bindung der beiden Altvögel aneinander, haben diese auch noch einen praktischen, biologischen Nutzen: Ressourcen für die Eibildung. Diese zusätzlichen Ressourcen werden teilweise in den Schulter- und Beckenknochen des Weibchens eingelagert und bei der Entwicklung der Eier wieder freigesetzt. Etwa 20 bis 26 Stunden dauert die Entstehung von einem Ei im Körperinneren, bis es letztendlich gelegt werden kann. Die bisherigen Beuteübergaben lassen vermuten, dass es auch dieses Jahr wieder zu einer Brut am Sinwellturm kommt. Ob dem auch tatsächlich so ist, bleibt abzuwarten.
Eine Art Lebensraum, den es auf der sonst so vielfältigen Kaiserburg zwar nicht gibt, der jedoch auf größerer Skala von hoher Bedeutung ist, ist das Feuchtgebiet. Auen, Quellen, Sümpfe, Küsten, Bachläufe und Seen gehören zu den vielseitigsten und zugleich gefährdetsten Ökosystemen der Erde. Seit 1970 sind weltweit mindestens 35 % der Feuchtgebiete verschwunden. Dabei haben sie eine Vielzahl wichtiger, ökologischer Funktionen, wie beispielsweise die Bereitstellung von Lebensraum für gefährdete Arten, die Sicherung unseres Trinkwassers , den Schutz vor Hochwasser und die Speicherung von Kohlenstoff. Um den Schutz von Feuchtgebieten auf internationaler Ebene zu stärken, wurde am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar von einigen Ländern die internationale Feuchtgebietskonvention (Ramsar-Konvention) unterzeichnet, der sich Deutschland 1976 mit seinem Beitritt angeschlossen hat. Wenn Sie demnächst Zeit für einen Ausflug zu einem See, einer Aue, einem Bach oder einem Moor haben, schauen Sie doch mal, was Ihnen im Vergleich zu der Umgebung auffält. Welche Baumarten gibt es in Gewässernähe? Wie sehen die anderen Pflanzen aus? Fallen Ihnen Insekten auf, die Sie sonst nicht beobachten können? Wie viele und welche Vogelarten können Sie entdecken? Lassen Sie sich von den nassen Flecken der Erde begeistern und lernen Sie deren Ökologie kennen. Viel Spaß!
Lust auf Natur? Wie bereits in den Vorjahren, gibt es auch heuer wieder Führungen im Lebensraum Burg. Dieses Jahr können Sie die Artengruppe der Vögel, der Insekten und der Fledermäuse (besser) kennenlernen bzw. an einer Führung für Lehrkräfte und andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren teilnehmen. Die Führungen dauern etwa zwei Stunden und sind auf 20 Personen begrenzt. Weitere Informationen sowie die Anmeldung zu den Führungen finden Sie unter Lebensraum Burg → Termine.
Die Altvögel werden in Abständen weniger Tage immer wieder am Brutplatz gesichtet. Neben Aufenthalten auf dem Anfluggitter oder dem beliebten Platz auf der Kamera, wurden sie auch schon beim 'Mulde drehen', also der Vorbereitung der Brutmulde beobachtet. All das deutet darauf hin, dass es wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder zu einer Brut im Dachgeschoss des Sinwellturms kommen wird. Doch die Natur ist nur in gewissem Maße vorhersagbar. Ob tatsächlich wieder Jungvögel schlüpfen, bleibt abzuwarten. Wenn Sie von Wanderfalken nicht genug bekommen können und sich die Zeit bis zum Brutbeginn noch vertreiben möchten, schauen Sie doch mal beim Wanderfalkenquiz vorbei, lernen die weiteren Burgbewohner und ihre Lebensräume kennen oder begeben Sie sich mit natur.digital auf die Suche nach weiteren Wanderfalkennistplätzen in der Nürnberger Umgebung.
Während die Wandefalken langsam wieder mit ihrem Jahreszyklus beginnen, kehrt bei uns Menschen erstmal ein wenig Ruhe ein. Damit ist eine gute Gelegenheit gekommen 'Danke' zu sagen. Vielen Dank für die über drei Millionen Websitebesuche aus der ganzen Welt, vielen Dank für die etwa 2 700 Sichtungsmeldungen und vielen Dank für Ihr Interesse an den Wanderfalken und damit unserer Natur. Dieses Interesse kann sie gut gebrauchen, denn viele Arten konnten bzw. können sich derzeit nicht so gut erholen wie Wanderfalken. So wie die mit Schutzmaßnahmen gekoppelte Aufmerksamkeit den Wanderfalken geholfen hat, kann sie auch anderen Arten helfen. Schenken Sie doch, z.B. bei einen Verdauungsspaziergang, der winterlichen Vogelwelt ein wenig Aufmerksamkeit. Sie werden überrascht sein, wie viele Vögel sich im Winter bei uns aufhalten.
Für das ausklingende Jahr wünschen wir Ihnen freidliche Feiertage und anschließend einen guten Start ins Jahr 2026.